Executors of the Last Judgement
In einer Zeit, in der das Böse durch Chaos, Haß, Gewalt und Verwüstung über die Welt regierte, willkürlich alles zerstörte, was es in die Finger bekam und das Gute zu schwach war, gegen es anzukämpfen, fängt unsere Geschichte an...
Wir sind Brüder - Zwillinge; von unserem Vater wurde nie viel geredet, es hieße immer, er sei früh gestorben. Wir beide spürten schon von früh an, daß wir anders waren als andere, mit denen wir spielten und anfangs unsere Jugend verbrachten, merkten schnell, daß uns Sonnenlicht die Sinne vernebelte, Dunkelheit hingegen das Gefühl von Ruhe und Geborgenheit gab. Wir waren lieber allein, liefen oft in die Sümpfe und die Wälder, um den Menschen zu entfliehen und einfach nur alleine zu sein. Bald fingen wir sogar an, tagsüber zu schlafen und nachts - bei Kerzenlicht - wach zu sein.
Eines Tages - wir waren noch nicht sehr alt - kam ein Wandernder durch unser Dorf; die Leute zeigten mit dem Finger auf ihn, nannten ihn Hexer und beschimpften ihn. Er trug einen schwarzen Umhang, hatte einen Stab in seiner knochigen, rechten Hand, und unter seinem Umhang konnte man nur einen Teil des bleichen Gesichts sehen - jedoch die roten, furchteinflößenden Augen waren gut zu erkennen. Wir fühlten uns zu ihm hingezogen, spürten etwas, was wir noch nie zuvor empfunden hatten - und er entdeckte sofort unser angeborenes Talent.
Wir flohen von zu Hause und wanderten mit ihm durch das Land, um Erfahrung zu sammeln, lernten, trainierten und nahmen begierig sein ganzes Wissen in uns auf. Er lehrte uns alles, was er wußte,
schwarze sowie weiße Magie - er hatte darin eine neue Lebensaufgabe entdeckt, wollte uns zu dem machen, was er immer sein wollte.
Er war schon sehr alt geworden, als es tagsüber urplötzlich kaltwurde, eisig kalt. Es zogen schwarze Wolken auf, und der Himmel verdunkelte sich vollkommen. Es blitze und donnerte, und der Wind wirbelte soviel Staub und Erde auf, daß wir uns die Umhänge schützend vor unsere Gesichter halten mußten. Die Erde bebte und riß vor uns auf, und ein gleißender, heller roter Strahl schoß aus dem Loch gen Himmel. Und dann stand es direkt vor uns, vor lauter Helligkeit kaum zu erkennen; eine Hitzewelle sengte uns die Haare an, und furchterregendes Gebrüll ließ uns erzittern. Ich standen nur da, gelähmt, völlig im Banne dieser Kreatur und mußte mit ansehen, wie es meinen Meister, der auf die Knie gefallen war - ich habe seinen Namen nie erfahren - und meinen Zwillingsbruder verschlang; warum es mich am
Leben lie ß, weiß ich nicht.
Ich war verzweifelt, wußte nicht wohin, denn bis jetzt hatte ich noch nie eine Entscheidung alleine treffen müssen... und in dieser Verzweiflung entschloss ich mich für Rache, was von da an einige Jahre mein einziges Ziel war, welches ich verfolgte. Ich vernichtete alles Böse, was mir in den Weg kam, sammelte Erfahrung und bildete mein Wissen in der schwarzen Magie weiter aus - bis ich eines Tages am Horizont eine Rauchsäule erblickte. Bald konnte ich Umrisse von Häusern erkennen, der Pfad dorthin war jedoch etwas, was ich nicht vergessen werde - mir bot sich ein Bild des Grauens. Überall in Richtung auf dieses Dorf hin lagen Leichen - von Erwachsenen, aber auch von vielen Kindern und Greisen - zerstückelt und zerfleischt. Manche Häuser, wie ich erkannte, brannten, einige rauchten. Und auch hier, umgeben von Trümmern und Asche, war der Weg nur so gepflastert von toten Körpern. Ich konnte kein Lebenszeichen mehr entdecken, dennoch suchte ich weiter. An der Kirche angekommen, oder besser gesagt an der Stelle, wo früher mal ein Haus Gottes gestanden hatte, saß eine Frau auf dem rand eines Brunnens. Neben ihr steckte ein Speer im Boden, und an ihrer Schulter baumelte ein Bogen. Sie saß nur da, regungslos, und starrte auf den Boden. Ihr Gesicht war blutverschmiert, und ihre Kleidung, zum größten Teil aus Leder bestehend, war zerfetzt.
Sie hatte bis zum letzten Ende gekämpft... aber sie hatte keine Chance gehabt.
Sie erzählte später, daß sie nur noch am Leben sei, weil Engel Gottes alles Böse in die Flucht geschlagen hatten - viel zu spät.
Und deswegen schoben wir all unsere Prinzipien beiseite und suchen nun nach edlen Kämpfern reines Herzens - egal welcher Gattung oder Geschlecht - die sich uns aus Überzeugung im Kampf gegen das Böse anschließen, um der Herrschaft des Schreckens ein für alle mal ein Ende zu setzen und alles Böse von der Welt zu verbannen. Schließt euch uns an, und wir werden gemeinsam stark sein!
Zodiac